11 Tipps, damit die Nachhilfe für Ihr Kind möglichst effektiv wird

  1. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmässig seine Hausaufgaben macht.
    Aber: Es ist nicht nötig, dieses jedes Mal zu kontrollieren bzw. die Hausaufgaben immer zu überprüfen. Im Gegenteil: Sie nehmen damit Ihrem Kind die Eigenverantwortung für das (ordentliche) Erledigen seiner Hausaufgaben ab. Dieses kann sich auf Dauer kontraproduktiv auswirken: „Wenn Mama/Papa nichts sagen, mache ich auch nichts.“ oder „Ohne Mama/Papa kann ich das nicht.“ Sich die Schulunterlagen stichprobenartig zeigen zu lassen und wenn nötig ein „Machtwort“ zu sprechen, ist wesentlich effektiver als tägliche, kräfteraubende Streitereien. Es vermeidet diese unnötigen Diskussionen sogar: Hausaufgaben sind nun einmal Pflicht (aus einem guten Grund!), da gibt es gar nichts zu diskutieren. Vielmehr sollte das Kind für das, was es gut gemacht hat (auch Teilbereiche!), gelobt werden.
  2. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind seine Schulunterlagen ordentlich führt.
    Lose, angerissene oder mit Eselsohren übersäte Zettel haben in den Unterlagen nichts zu suchen! Es ist wichtig, auf Zetteln zu schreiben (Hefte sind eher ungeeignet, weil sich nichts mehr nachtragen lässt) und dann jeden einzelnen in eine Mappe oder einen Ordner nach Datum sortiert einzuheften. Viele schlechte Noten entstehen alleine dadurch, dass Schüler ihre Unterlagen nicht wieder finden und sich so nicht mehr ausreichend auf die Prüfungen vorbereiten können.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind jedes Mal alle Schulunterlagen zur Nachhilfe mitnimmt.
    Nur so kann ich mir einen Überblick über den behandelten Stoff verschaffen und die Prüfungsvorbereitung in der Stunde vorm Test effektiv gestalten. Ausserdem wird so vermieden, dass auf ein Thema nicht (genug) eingegangen werden kann, weil ich davon nichts gewusst habe!
  4. Lassen Sie Ihr Kind die Tests/ Prüfungen (Original, oder wenn schon wieder abgegeben, als Kopie) zur Nachhilfe mitnehmen.
    Nur wenn ich sehe, was Ihr Kind im Test falsch gemacht hat, kann ich sehen, aus welchen Gründen es eine (schlechte) Note bekommen hat. Ggfs. sind nicht nur Wissenslücken die Ursache!
  5. Eine Woche hat 168 Stunden. Davon ist Ihr Kind gerade mal eine bei mir. Es ist sehr leichtfertig zu glauben, dass der Besuch dieser einen Stunde allein ausreicht, dass ihr Kind besser in der Schule wird!
    Es ist absolut wichtig, dass Ihr Kind sich mit den in der Schule behandelten Themen weiter auseinander setzt, z.B. beim Hausaufgaben machen. Es sollte sich dann alles, was es nicht versteht, aufschreiben. So muss ich nicht erst nach Lücken „suchen“, sondern kann gleich mit Erklären anfangen. Die eine Stunde wird somit wesentlich effektiver genutzt.
  6. Mein Kind hat sowieso schon so viel zu tun – und soll dann noch Extraaufgaben von der Nachhilfe zu Hause machen? Ja!
    Es ist wichtig, dass Ihr Kind auch diese Aufgaben macht, denn sie sind entweder dazu da, verpassten und nun in der Nachhilfe wiederholten Stoff zu vertiefen. Oder nicht verstandenen und in der Nachhilfe erklärten Stoff zu festigen. Nur wenn Ihr Kind diesen zu Hause wiederholt und in sich aufnimmt, kann ich den aktuellen Stoff aus der Schule fortlaufend vermitteln.
  7. Achten Sie auf die biologische Leistungskurve (Biorhythmus) Ihres Kindes!
    Jeder Mensch hat am Tag bestimmte Leistungsspitzen, die von Leistungstälern abgelöst werden (viele Kinder sind z.B. nach dem Mittagessen sehr müde und kaum konzentrations- und aufnahmefähig). Es wäre schade, wenn ihr Kind seine Leistungsspitzen mit irgendwelchen Tätigkeiten vertrödelt und dann versucht, in den Leistungstälern sein Lernpensum zu erledigen!
  8. Achten Sie nicht nur auf das Lernen, sondern auch auf die Gesamtheit der Tätigkeiten Ihres Kindes!
    Montags Sport, dienstags Computerkurs, mittwochs Nachhilfe und dann Gitarrenunterricht, donnerstags Sport, freitags Sport und am Wochenende dann noch Turniere…
    Bei solch einem Wochenprogramm wird auch das stärkste Kind einmal kräftemässig überfordert sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht nur noch von Termin zu Termin hetzt, sondern auch noch Zeit zum Abschalten hat. Ohne genügende Ruhepausen ist auch keine ausreichende Konzentration und damit auch kein (effizientes) Lernen möglich! Hier gilt: weniger ist manchmal mehr.
  9. Loben bringt mehr als Strafen!
    Diese Tatsache ist den meisten Menschen bekannt. Leider wird dieses nur selten beherzigt. Wir nehmen Angenehmes wie z.B. gute Noten zu oft als „normal“ hin und bestrafen dafür Unangenehmes wie schlechte Noten gern mit "Meckern" oder Vorwürfen. Machen Sie sich jeden Tag aufs Neue bewusst, was Ihr Kind heute wieder gut gemacht hat und loben Sie es dafür (besonders auch dann, wenn viele andere Dinge nicht gut waren).
  10. Geben Sie ausreichende (dem Alter angemessene) Verantwortung an Ihr Kind ab und stärken Sie sein Selbstvertrauen!
    Erinnern Sie sich noch, wie oft Sie Ihren Eltern beweisen wollten, dass Sie z.B. schon gross genug sind, um allein mit der Bahn zu fahren? Oder allein Essen zu kochen? Was hat eine Ablehnung Ihres Wunsches, Verantwortung (für sich selbst) zu übernehmen, bei Ihnen bewirkt? Sie waren enttäuscht und haben es irgendwann aufgegeben?Nicht gut, aber vollkommen logisch!
    Jeder Mensch, auch Ihr Kind, wächst mit seinen Aufgaben. Wachsen die Aufgaben nicht, hat es auch keine Möglichkeit, selbst (auch mal über sich hinaus) zu wachsen. Und lernt eventuell eine wichtige Lektion des Lebens nicht: Selbstvertrauen in sich und seine Fähigkeiten zu haben! Selbstvertrauen ist aber für das Lernen enorm wichtig: ohne Selbstvertrauen kann kein Mensch erfolgreich lernen oder Drucksituationen wie Prüfungen standhalten!
  11. Überprüfen Sie ggfs. auch Ihre eigene Einstellung zur Schule, zum Lernen, und alles, was damit zu tun hat.
    Es ist absolut unmöglich, ihrem Kind weismachen zu wollen, dass es lernen muss, wenn es spürt, dass Sie z.B. selbst die Schule und Lernen für überflüssig halten.
    Seien Sie selbst ein Vorbild für Ihr Kind!
    Ein Kind wird wohl nicht zur Leseratte, wenn die Eltern niemals ein Buch aufschlagen. Wenn die Eltern im Fernsehen nur Sport und Krimis ansehen, dann wird das Kind kaum von sich aus auf eine lehrreiche Dokumentation umschalten. Wenn Sie Ihr Kind Sie etwas fragt und Sie antworten: „Keine Ahnung, interessiert mich auch nicht.“ oder „Ich habe gerade keine Zeit.“, dann wird auch Ihr Kind früher oder später das Interesse an vielen wichtigen Dingen verlieren und keine Zeit mehr dafür haben. Denken Sie daran, dass vor allem jüngere Kinder dadurch lernen, dass sie das Verhalten von Erwachsenen nachahmen!

 

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